Lesung von Margot Friedlander April 2013

"Versuche , dein Leben zu machen"

 

diesen letzten Gruß erhielt Margot Friedländer von ihrer Mutter im Jahr 1943. Margot war damals 21 Jahre jung, als ihre Mutter und ihr Bruder von der Gestapo abgeholt wurden. 15 Monate konnte sich Margot im Untergrund in Berlin verstecken, dann wurde auch sie verhaftet und nach Theresienstadt deportiert. Mit Glück überlebte sie, während Mutter und Bruder in Auschwitz ermordet wurden.

 

Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen, die uns über die schreckliche Zeit des Nazi-Terrors authentisch berichten können. Frau Friedländer gehört zu den wenigen, die die Kraft und den Mut haben, sich immer wieder den Erinnerungen auszusetzen, um jungen Menschen von dieser Zeit zu erzählen.

 

"Versuche, dein Leben zu machen"

 

so heißt auch das Buch von Frau Friedläänder.

 

Wir freuen uns sehr, dass wir Frau Friedlander im April 2013, durch die Kontakte des Fördervereins am FvStG begrüßen konnten. Der alten Dame lauschten die Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7 und 8 gebannt, als sie aus ihrem Buch vorlas. Eine eindringliche Mahnung gab Frau Friedländer ihnen mit auf den Weg: " Euch nehme ich als Zeitzeugen. So etwas darf nie wieder passieren. Unabhängig von allen Religionen der Welt. Wir sind alles Menschen, durch unsere Adern fließt dasselbe Blut."

 

Danach stellte sich Frau Friedländer geduldig allen Fragen der Jugendlichen. Berührungsängste gab es keine und erfreulicherweise konnte man mancher Frage entnehmen, dass sich die Jugend bereits im Vorfeld über das Leben von Frau Friedländer informiert hatte und nun noch mehr Details erfahren wollten.

 

Engagierte Schülerinnen und Schülder der Oberstufe luden Frau Friedländer, die Schulleitung und die Initiatoren des Fördervereins  noch zu einem gemeinsamen Mittagessen in die Mensa ein. Sie zauberten ein leckeres warmes und kaltes Buffet. So konnte sich Frau Friedländer vor ihrer Abreise noch etwas entspannen, soweit ihr zum Essen Zeit blieb. Unermüdlich war sie auch jetzt bereit über ihr Leben zu berichten. Eine beeindruckende Persönlichkeit durften wir in Oberhausen begrüßen.